Verbundprojekt "Active Citizenship"
Bei der internationaler und interkultureller Jugendarbeit wird "Active Citizenship" gebündelt und im Rahmen des "Forscher-Praktiker-Dialog" von Wissenschaftler/innen bearbeitet
Die Leitung des ‚Haus am Maiberg’, Benedikt Widmaier, regte an, bestehende Projektlinien zum Thema "Active Citizenship" im Rahmen von internationaler und interkultureller Jugendarbeit zu bündeln und im Rahmen des "Forscher-Praktiker-Dialog" mit Wissenschaftler/innen zu bearbeiten.
"Active Citizenship" zählt auf der europäischen Bühne und in den Bildungsdiskursen anderer Länder seit einigen Jahren zu den wichtigsten Bildungszielen. In zahlreichen Dokumenten der Europäischen Union vom "Memorandum über Lebenslanges Lernen" (2000) bis zum "Europäischen Qualifikationsrahmen" (2007) wird die Bedeutung der aktiven Bürgerschaft hervorgehoben. Dabei wird "Active Citizenship" oft im gleichen Atemzug quasi als Zwillingsschwester von "Employability" (Beschäftigungsfähigkeit) genannt. Die zahlreichen wissenschaftlich-theoretischen, in manchen Bereichen aber auch sehr praxisorientierten europäischen Dokumente zur "Active Citizenship" sind in Deutschland bisher weder in der Jugendarbeit allgemeinen, noch in der non-formalen Politischen Bildung oder in der Internationalen Jugendarbeit zur Kenntnis genommen worden. Infolgedessen sind sie bisher nur marginal in die Entwicklung einer zukunftsorientierten Theorie und Praxis dieser Bereiche eingeflossen.
In der ersten Phase des "Verbundprojekts Active Citizenship" wollen Wissenschaftler und Praktiker der Internationalen Jugendarbeit die europäischen Dokumente sichten und systematisch erfassen, um sie auch in Deutschland für eine theoretische und praxisorientierte Debatte zugänglich zu machen. Damit soll das inhaltlich wichtige und interessante Thema aus dem sehr europabezogenen Diskurs gelöst und für die zukünftige Entwicklung der Internationalen Jugendarbeit (in Deutschland) fruchtbar gemacht werden.
Im Zentrum stehen dabei folgende Fragen:
- Wie wird "Active Citizenship” in den Dokumenten des Europarats, der Europäischen Kommission und der diesen Institutionen zuarbeitenden Experten aus Wissenschaft und Praxis definiert und beschrieben?
- Welche praktischen Konzepte von "Education for Democratic Citizenship" oder "Citizenship Education" sind in diesem internationalen Kontext parallel zu den theoretischen Debatten entstanden und wie sind sie aus der Perspektive der Fachdiskussion der non-formalen Bildung in der Bundesrepublik zu beurteilen?
- Welche Bedeutung hat "Active Citizenship" als europäisches Bildungsziel für die zukünftige Entwicklung von Theorie und Praxis der Internationalen Jugendarbeit?
Die Zusammenstellung geeigneter Vorhaben und deren Präzisierung wurde 2009 im Rahmen eines eintägigen Sichtungs-Workshops begonnen, an dem Benedikt Widmaier (Haus am Maiberg), Prof. Andreas Thimmel (FH Köln) und Sandra Kleideiter (Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der DBK) teilnahmen. Bislang wurden als Vorrecherche die "Literatur" im Internet systematisch gesichtet und zentrale Dokumente gesichert. Die daraus erarbeitete Synopse "Was ist active citizenship?" entsteht derzeit.
